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ZDFheute Nachrichten · 26. Juni 2026 · 40 Min.

Wehrdienst: Würden junge Menschen unser Land verteidigen? | Markus Lanz vom 04. März 2026

Markus Lanz (Moderator)Kerry Hoppe (Juristin und Reserveoffizierin)Leocadie Reimers (Reservistin bei der Marine)Ole Nymoen (Journalist & Autor)Marius Lange (Landesschülervertreter aus Thüringen)
Stimmt

17

Teilweise

8

Irreführend

5

Falsch

2

Markus LanzModerator
7 Aussagen
4~ 1! 11
Ole Nymann
5 Aussagen
3~ 11
Unbekannt
5 Aussagen
2~ 2! 1
Unbekannt (Expertin/Reservistin)
4 Aussagen
1~ 1! 2
Unbekannt (Moderator/Diskutant)
3 Aussagen
2~ 1
Carrey
2 Aussagen
1~ 1
Gast
2 Aussagen
~ 1! 1
0:06Markus Lanz·Wiedereinführung des Wehrdienstes in Deutschland
Falsch88% sicher
Seit dem ersten Januar, Marius, wurden glaube ich 75000 dieser Bögen schon verschickt. Wie viele kennen Sie, die den schon bekommen haben?"

Kernaussage

Seit dem 1. Januar 2026 wurden 75.000 Musterungsbögen verschickt.

Markus Lanz behauptete am 5. März 2026, seit dem 1. Januar 2026 seien 75.000 Musterungsbögen verschickt worden. Die verfügbaren Quellen widersprechen dieser Zahl deutlich. Die Bundeswehr selbst meldete bereits Mitte Januar 2026 den Start mit den ersten rund 5.000 Briefen, und der Spiegel berichtete zum Stichtag 18. Juni 2026, dass bereits rund 298.200 Anschreiben versendet worden waren. ZDF heute berichtete im Februar 2026, dass insgesamt rund 700.000 junge Menschen im Jahr 2026 Post erhalten sollen. Für den Zeitraum bis Anfang März 2026 liegen keine exakten amtlichen Zahlen vor, aber der Versand erfolgte rollierend ab Mitte Januar – die Zahl 75.000 ist weder durch offizielle Quellen belegt noch plausibel begründet.

Für den genauen Zeitraum bis Anfang März 2026 gibt es keine amtlich veröffentlichte Zwischenzahl. Der rollier­ende Versand startete Mitte Januar 2026 mit zunächst 5.000 Briefen. Bis zum 18. Juni 2026 waren es bereits ~298.200 – was für die ersten zwei Monate eine deutlich höhere Rate nahelegt als 75.000. Woher Lanz die konkrete Zahl 75.000 nimmt, ist nicht nachvollziehbar.
2:44Carrey·Engpass bei Ausbildungsplätzen im Heimatschutz
Teilw.98% sicher
Das ist ein extrem beliebtes Modell. Wir haben zehntausende interessierte geeignete Bewerber, aber nur 1000 Ausbildungsplätze im Jahr und da kommt die Bundeswehr nicht hinterher, diese Freiwilligen auszubilden."

Kernaussage

Beim Heimatschutz-Modell für Ungediente gibt es zehntausende interessierte und geeignete Bewerber, aber nur 1.000 Ausbildungsplätze pro Jahr.

Die Zahl von 1.000 Ausbildungsplätzen pro Jahr für Ungediente im Heimatschutz ist durch den Reservistenverband und die Plattform ungedient.de bestätigt ("Ausbildung geht 2026 mit 1.000 Plätzen weiter"). Das große Interesse ist ebenfalls belegt: Das Heimatschutzregiment 3 in Nienburg verzeichnete allein im Frühjahr 3.000 Bewerbungen, und das Verteidigungsministerium spricht von rund 2.000 Interessierten in einem Jahr, von denen sich etwa die Hälfte beworben hat. Die Behauptung von "zehntausenden" Interessierten ist jedoch nicht durch verfügbare Quellen belegt – die dokumentierten Zahlen liegen im niedrigen Tausenderbereich (600–3.000 Bewerbungen regional/zeitlich begrenzt), nicht in Zehntausenden. Das grundsätzliche Missverhältnis zwischen Nachfrage und Kapazität ist real, aber die Dimension der Bewerberzahl ist im Claim stark übertrieben.

Das Programm befindet sich seit 2025/2026 in einer Umstrukturierungsphase (Zuordnung zum Heer statt zu den Landeskommandos), was zu zusätzlichen Verzögerungen und Bürokratieproblemen geführt hat. Der Reservistenverband fordert einen Ausbau des Programms.
3:27Unbekannt (Expertin/Reservistin)·Anzahl und Aktivität der Reservisten in Deutschland
Irr.98% sicher
Tatsächlich weiß man es nicht ganz genau, aber wir haben ja mit Aussetzung der Wehrpflicht auch die gesamte Infrastruktur der Kreiswehrersatzämter abgeschafft und die Dokumente zum Teil verloren. Das heißt, wir haben keinen umfassenden Überblick, aber wir gehen von 1.760.000 Reservisten aus."

Kernaussage

Deutschland hat ca. 1.760.000 Reservisten.

Die Zahl von ca. 1,76 Millionen Reservisten ist nicht direkt belegbar, liegt aber in der Größenordnung der theoretisch mobilisierbaren Gesamtreserve Deutschlands. Laut einem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages (2023) könnten theoretisch 930.000 ehemalige Soldaten im Verteidigungsfall herangezogen werden – ohne die seither durch das Grundbeorderungs-System neu hinzukommenden Jahrgänge. Wikipedia gibt für die "Allgemeine Reserve" ca. 860.000 Reservisten an, zusammen mit ca. 70.000 beorderten ergibt das rund 930.000. Die tatsächlich aktiv einplanbaren (beorderten) Reservisten lagen laut Bundeswehr-Personalbilanz Ende 2025 bei rund 60.200. Die Zahl 1,76 Millionen entspricht am ehesten einer weiten Definition aller je gedienten Personen, die rechtlich noch als Reservisten gelten könnten – nicht den tatsächlich verfügbaren oder beorderten Kräften, was das Bild deutlich verzerrt.

Deutschland unterscheidet klar zwischen (1) beorderten Reservisten (~60.200, Stand Ende 2025), (2) der Allgemeinen Reserve (~860.000, nicht einberufen, Kontaktdaten oft veraltet) und (3) dem theoretischen Gesamtpool ehemaliger Soldaten (~930.000 laut Bundestag 2023). Die Zahl 1,76 Millionen überschreitet selbst den höchsten offiziell genannten Wert deutlich und ist nicht nachvollziehbar belegt.
3:30Unbekannt (Expertin/Reservistin)·Anzahl und Aktivität der Reservisten in Deutschland
Größt.88% sicher
Wir gehen von 1.760.000 Reservisten aus, von denen aber nur 50.000 im Jahr regelmäßig auf Reservedienstleistung, auf Wehrübungen gehen."

Kernaussage

Von den ca. 1.760.000 Reservisten gehen nur 50.000 pro Jahr regelmäßig auf Reservedienstleistungen bzw. Wehrübungen.

Die Gesamtzahl von ca. 1,76 Millionen Reservisten entspricht der üblichen Schätzung für die deutsche Reserve (Wikipedia nennt ca. 860.000 in der Allgemeinen Reserve plus ca. 70.000 Beorderte, wobei die Gesamtzahl ehemaliger Soldaten mit Reservistenstatus deutlich höher liegt). Die Zahl der aktiv Übenden ist hingegen eine Näherung: Laut nd-aktuell und anderen Quellen sind derzeit rund 60.000 Reservisten "beordert" und nehmen regelmäßig an Diensten teil. Die genannte Zahl von 50.000 liegt damit etwas unter diesem Wert, trifft aber die Größenordnung. Das grundlegende Argument – dass nur ein Bruchteil der formell erfassten Reservisten aktiv übt – ist durch das "doppelte Freiwilligkeitsprinzip" strukturell bedingt und wird von Bundeswehr und Politik selbst bestätigt.

Die Zahl von 1,76 Millionen Reservisten umfasst alle ehemaligen Soldaten mit Reservistenstatus (inkl. Allgemeine Reserve). Die Aktivquote von ~50.000–60.000 Übenden pro Jahr ist politisch brisant: Genau deshalb plant die Bundesregierung Anfang 2026 ein "Reservestärkungsgesetz" mit Pflichtwehrübungen. Eine exakte amtliche Jahresstatistik zu Reservedienstleistungen lag in den Suchergebnissen nicht vor (kein Tier-1-Beleg), weshalb GRÖSSTENTEILS_WAHR anstatt STIMMT vergeben wird.
3:41Unbekannt (Expertin/Reservistin)·Potenzial ausgebildeter Reservisten für die Bundeswehr
Irr.98% sicher
Das ist ein Fundus an 900.000 Menschen, die ausgebildet sind, die militärisch vorgebildet sind, die ein wahnsinnig wichtiges Potenzial wären, die auch für die Aufwuchs- und Durchhaltefähigkeit der Bundeswehr unglaublich wichtig wären. Aber die erreichen wir aktuell nicht."

Kernaussage

Es gibt einen Fundus von 900.000 militärisch ausgebildeten und vorgebildeten Reservisten in Deutschland.

Die Zahl von ca. 900.000 Reservisten bezieht sich auf den rechtlichen Status – also alle ehemaligen Soldaten und Wehrpflichtigen unter 65 Jahren, die ihren Dienstgrad nicht verloren haben (sog. "Allgemeine Reserve"). Laut Wikipedia sind davon ca. 860.000 der "Allgemeinen Reserve" zugeordnet, die keine aktive Einsatzplanung beinhaltet. Ende 2025 waren laut Bundeswehr-Personalbilanz lediglich rund 60.200 Reservisten tatsächlich auf Dienstposten eingeplant (beordert), und nur ca. 21.300 leisteten aktiv Dienst. Die 900.000 als "militärisch ausgebildeten und vorgebildeten Fundus" darzustellen, ist zwar nicht falsch (alle haben eine Grundausbildung absolviert), aber stark irreführend, da die tatsächliche Einsatzbereitschaft, Erfassung und Verfügbarkeit weitgehend unbekannt und nicht überprüft ist – der Reservistenverbands-Präsident Sensburg selbst forderte 2026, deren Gesundheitsstatus erst noch zu erfassen.

Die 900.000-Zahl wird auch vom Reservistenverband selbst als Zielgröße für eine zukünftig "durchhaltefähige" Reserve genannt (3× Truppenstärke), nicht als aktuell verfügbarer Bestand. Das neue Wehrdienstgesetz plant bis 2035 lediglich 200.000 verfügbare und ausgebildete Reservisten – weit unter 900.000.
13:54Markus Lanz·Merz-Zitat zu USA, Israel und Iran
Teilw.98% sicher
Und natürlich ist Friedrich Merz kein Pazifist. Der hat letztes Jahr gesagt, wir danken den USA und Israel dafür, dass sie die Drecksarbeit im Iran erledigen. Da können wir gespannt sein, was das für den nächsten Monat bedeuten."

Kernaussage

Friedrich Merz hat (2025) gesagt, Deutschland danke den USA und Israel dafür, dass sie die 'Drecksarbeit im Iran erledigen'.

Friedrich Merz sagte tatsächlich am 18. Juni 2025 in einem ZDF-Interview, Israel mache „die Drecksarbeit für uns alle" – bezogen auf die israelischen Militärschläge gegen den Iran. Er sprach dabei von „größtem Respekt" gegenüber Israel, nutzte aber nicht die genaue Formulierung, Deutschland „danke" den USA und Israel dafür. Der Kern der Aussage (Drecksarbeit, Israel, Iran) stimmt, jedoch verfälscht Markus Lanz' Paraphrase den genauen Wortlaut: Merz bezog die Formulierung auf „uns alle", nicht explizit auf Deutschland und die USA; das Wort „danken" gegenüber den USA stammt nicht direkt aus dem zitierten Statement. Zudem geschah dies im Juni 2025, nicht pauschal „2025" ohne Kontext, und das Zitat entstand im Kontext des laufenden Israel-Iran-Krieges ab dem 13. Juni 2025.

Das Zitat fiel im Kontext des Israel-Iran-Krieges, der am 13. Juni 2025 begann. Merz äußerte sich am 17./18. Juni 2025 in ARD- und ZDF-Interviews und erntete scharfe Kritik von SPD, Grünen und international. Das Video-Datum (5. März 2026) liegt nach diesen Ereignissen.
15:08Markus Lanz·Russische Aufrüstung als Bedrohungsszenario für Europa
Größt.91% sicher
Da ist tatsächlich dieser sehr, sehr große Nachbar im Osten, der gerade seine Armee auf 1500000 hochfährt, 1500000 Menschen unter Waffen. Würden Sie nicht sagen, das ist eine Bedrohung?"

Kernaussage

Russland fährt seine Armee auf 1.500.000 Menschen unter Waffen hoch.

Putin hat per Dekret Nr. 792 vom 16. September 2024 die autorisierte Stärke der russischen Streitkräfte auf 1,5 Millionen Militärpersonal festgelegt, gültig ab 1. Dezember 2024. Die tatsächliche aktive Truppenstärke lag laut Statista und Global Firepower zum Zeitpunkt des Videos (März 2026) jedoch bei rund 1,32 Millionen – d.h. das Ziel ist offiziell beschlossen und Russland arbeitet aktiv daran, es zu erreichen, hat es aber noch nicht vollständig erfüllt. Die Formulierung „fährt hoch" trifft den Sachverhalt gut: Es ist ein laufender Aufbau mit einem klaren Zielwert von 1,5 Millionen.

Wichtige Nuance: Die 1,5 Millionen sind das per Präsidialdekret festgelegte Ziel (autorisierte Stärke), nicht die tatsächlich erreichte Stärke. Die reale aktive Truppenstärke lag Anfang 2026 bei ca. 1,32 Millionen. Zudem ist die Rekrutierung laut UI-Analyse schwieriger geworden – die Zahl neu unterzeichneter Verträge fiel im zweiten Quartal 2025 deutlich. Lanz' Formulierung „fährt hoch" ist sachlich zutreffend für den beschlossenen und laufenden Aufbauprozess.
21:44Ole Nymann·Demonstration von Iranern in Deutschland für freien Iran
Größt.68% sicher
Wir hatten ja vor 2 Wochen die großen Demonstrationen von 250.000 Iranerinnen und Iranern, die in München, in Deutschland auf die Straße gegangen sind, für einen freien Iran zu protestieren. Im Iran gab's riesige Demonstrationen, die genau für diese Freiheiten, die Du anscheinend als nicht inhärent wertig bezeichnest."

Kernaussage

Vor 2 Wochen (ca. Ende Februar 2026) gingen 250.000 Iranerinnen und Iraner in München auf die Straße, um für einen freien Iran zu demonstrieren.

Die Demonstration fand tatsächlich statt – allerdings am 14. Februar 2026, nicht „Ende Februar". Aus Sicht des Video-Datums (5. März 2026) wären „vor 2 Wochen" ca. der 19. Februar, die Demo lag also knapp 3 Wochen zurück. Die Teilnehmerzahl von 250.000 ist durch die offizielle Pressemitteilung der Polizei München bestätigt. Veranstaltungsort war die Theresienwiese, anlässlich der 62. Münchner Sicherheitskonferenz. Der Kern der Aussage – eine sehr große Demonstration von Iranierinnen und Iranern für einen freien Iran in München – stimmt vollständig.

Die Demo fand am 14. Februar 2026 statt – aus Sicht des Video-Datums (5. März 2026) sind das knapp 3 Wochen, nicht 2 Wochen wie behauptet. Die Teilnehmerzahl von 250.000 ist durch offizielle Polizeiangaben belegt. Die Demo war Teil eines globalen Aktionstages der iranischen Diaspora, ausgerufen von Exilprinz Reza Pahlavi am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.
31:22Unbekannt·Zur russischen Kriegskapazität im Ukraine-Krieg
Teilw.88% sicher
Und noch mal, da gibt's eine Armee, die rüstet sich gerade auf, ist dann die Zähne bewaffnet, längst umgestellt auf Kriegswirtschaft, sind in der Lage, Tausende Drohnen und Hunderte Bomben jeden Tag zu schicken, wenn's notwendig ist."

Kernaussage

Russland ist in der Lage, täglich Tausende Drohnen und Hunderte Bomben zu verschießen.

Zum Videodatum (5. März 2026) lagen die russischen täglichen Drohnenabschüsse bei rund 200–220 Shahed/Geran-Drohnen pro Tag (März 2026: Ø 208/Tag laut ISIS-Analyse). Hinzu kommen FPV-Drohnen im taktischen Bereich, über die keine verlässlichen Tagesgesamtzahlen vorliegen, die aber in der Summe aller Drohnentypen möglicherweise die Tausend-Schwelle erreichen könnten. Die Behauptung "Hunderte Bomben" ist hingegen klar belegt: Der ukrainische GUR-Vize Skibitski meldete für November 2025 bereits 200–250 Gleitbomben täglich, und die Jahresproduktion 2025 wurde mit bis zu 120.000 Einheiten angegeben. Die Aussage „Tausende Drohnen täglich" trifft für strategische Langstreckendrohnen (Shahed) nicht zu, könnte aber für alle Drohnentypen kombiniert (inkl. FPV) zutreffen – was jedoch nicht belegt ist.

Wichtig: Die Behauptung muss nach Drohnentyp differenziert werden. Für strategische Langstreckendrohnen (Shahed/Geran) liegen täglich ~200–220 Abschüsse vor (März 2026). Für taktische FPV-Drohnen an der Frontlinie existieren keine validen Tagesgesamtzahlen, es wird jedoch von hunderttausenden Stück pro Jahr gesprochen. Die Kombination beider Kategorien könnte die „Tausende"-Schwelle rechnerisch erreichen, ist aber so nicht dokumentiert. Die Aussage zu Gleitbomben (Hunderte/Tag) ist durch mehrere Quellen gut belegt.
33:52Unbekannt (Moderator/Diskutant)·Zur geplanten Größe des zukünftigen Wehrdienstes
Teilw.73% sicher
Man will ja in einigen Jahren irgendwie jeden elften jungen Mann ziehen. Das wird gegebenenfalls nicht freiwillig passieren. Und dann wird genau das stattfinden, dass man die Gewissensprüfung genauso verschärft, dass man so viele Leute zieht."

Kernaussage

Deutschland will in einigen Jahren jeden elften jungen Mann zur Bundeswehr einziehen.

Die Zahl „jeder elfte" ist mathematisch nachvollziehbar: Die Bundeswehr will bis 2035 rund 260.000 aktive Soldaten (aktuell ~185.000), also ~75.000–80.000 Neuzugänge über mehrere Jahre, bei rund 350.000 männlichen deutschen Staatsbürgern pro Jahrgang – das ergibt grob eine Quote von ca. 1:9 bis 1:11. Allerdings ist eine verpflichtende Einberufung derzeit NICHT beschlossen: Das ab 2026 geltende Modell setzt auf Freiwilligkeit. Pflicht gibt es nur beim Fragebogen (ab 2026) und der Musterung (ab Juli 2027). Eine echte Einberufungspflicht würde einen neuen Parlamentsbeschluss erfordern und ist ausdrücklich nicht Teil des aktuellen Gesetzes.

Stand März 2026: Ab 2026 gilt Pflicht-Fragebogen für alle 18-jährigen Männer, ab Juli 2027 verpflichtende Musterung. Eine echte Einberufungspflicht ist gesetzlich nicht verankert. Der „jeder Elfte"-Vergleich zirkuliert in der medialen Debatte und basiert auf dem Personalbedarf (75.000–80.000 Neusoldaten bei ~350.000 männlichen Jahrgangsstärke über mehrere Jahre), ist aber kein offiziell kommuniziertes Ziel und ignoriert den Freiwilligkeitsvorbehalt des aktuellen Modells.
35:49Unbekannt (Moderator/Diskutant)·Rechtliche Grundlage der Kriegsdienstverweigerungsprüfung
Stimmt98% sicher
Steht, wie das genau geprüft wird, steht doch gar nicht im Grundgesetz. Das steht dann tatsächlich im einfachen Gesetz. So, das ist schon deutlich einfacher zu verändern."

Kernaussage

Die genauen Prüfungsmodalitäten der Kriegsdienstverweigerung stehen nicht im Grundgesetz, sondern im einfachen Gesetz.

Artikel 4 Abs. 3 GG lautet ausdrücklich: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz." Das Grundgesetz garantiert damit nur das Grundrecht selbst, delegiert die konkreten Prüfungsmodalitäten jedoch ausdrücklich an den einfachen Gesetzgeber. Diese Regelung findet sich im Kriegsdienstverweigerungsgesetz (KDVG) in der Fassung vom 9. August 2003. Das Bundesverfassungsgericht hat zudem klargestellt, dass die Regelungsbefugnis aus Art. 4 Abs. 3 S. 2 GG ein reiner „Verfahrensvorbehalt" ist – der Gesetzgeber darf nur das Verfahren regeln, das Grundrecht selbst aber nicht einschränken.

Diese Konstruktion ist im GG gewollt: Das Grundrecht selbst ist durch die Ewigkeitsklausel (Art. 79 Abs. 3 GG) geschützt und kann nicht abgeschafft werden. Die einfachgesetzlichen Verfahrensregeln (KDVG) können hingegen vom Bundestag mit einfacher Mehrheit geändert werden – was politisch relevant ist, wenn z. B. über Verschärfungen im Verteidigungsfall diskutiert wird.

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