▶ 1:29Richard·Umfragewerte zu Waffenlieferungen an die UkraineFalsch68% sicher
„Das Problem, was ich damit habe, war bei den Umfragen zum Beispiel zum Thema Waffenlieferungen, waren es ungefähr so durchgängig mit leichten Schwankungen die 40 Prozent der Bevölkerung,"
Kernaussage
Bei Umfragen zum Thema Waffenlieferungen an die Ukraine waren es durchgängig etwa 40 Prozent der Bevölkerung, die dagegen waren.
Die Behauptung, dass es „durchgängig etwa 40 Prozent" der Bevölkerung gegen Waffenlieferungen an die Ukraine waren, ist nicht korrekt. Laut Ipsos (Januar 2025) lehnten 48 Prozent der Deutschen weitere Waffenlieferungen ab, Statista/ARD (September 2024) wies 51 Prozent Ablehnung aus. Selbst ältere Daten (Infratest-dimap, August 2022) zeigten 32 Prozent, die Lieferungen als „zu weit gehend" sahen – bei einer anderen Fragestellung. Die 40-Prozent-Marke trifft lediglich auf einzelne Subgruppen zu (z. B. CDU/CSU-Wähler, Westdeutsche), nicht auf die Gesamtbevölkerung. Das Bild war also weder „durchgängig" noch bei „etwa 40 Prozent" – die tatsächlichen Werte für die Gesamtbevölkerung lagen meistens deutlich darüber.
ℹDie Umfrageergebnisse variieren je nach Fragestellung erheblich: Ob gefragt wird „Lieferungen zu weit gehend?", „keine weiteren Waffen?" oder „mehr/weniger/gleich?", liefert sehr unterschiedliche Zahlen. Die Ablehnung ist in Ostdeutschland und unter AfD/BSW-Wählern besonders hoch. Im Zeitverlauf seit 2022 stieg die Ablehnung in der Gesamtbevölkerung tendenziell an.
▶ 1:55Richard David Precht·Zur Bevölkerungsmeinung über Diplomatie im Ukraine-KriegGrößt.68% sicher
„Im Hinblick auf diplomatische Mission gab es immer eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung, die gesagt hat, wir müssen mehr Diplomatisches tun, aber ebenfalls in Talkshows waren das eher die selten besetzten Positionen."
Kernaussage
In Umfragen zum Ukraine-Krieg sprach sich eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung für mehr diplomatische Bemühungen aus, aber in Talkshows waren diese Positionen selten besetzt.
Die Umfragedaten stützen den ersten Teil der Behauptung: Laut Infratest dimap (Januar 2024) hielt jeder Zweite (51 %) die diplomatischen Anstrengungen Deutschlands für unzureichend; laut Statista/Juli 2025 sprachen sich 47 % für einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen aus (gegenüber 32 % für vollständige militärische Unterstützung bis zum russischen Rückzug). Eine NDR-Umfrage bestätigte ebenfalls breite Unzufriedenheit mit dem Umfang der Diplomatie. Der zweite Teil – Unterrepräsentation dieser Positionen in Talkshows – wird durch eine empirische BpB/Ukraine-Analysen-Studie (2013–2023) sowie ein NZZ-Interview mit Precht (Jan. 2026) indirekt gestützt: Talkshow-Ranglisten wurden von Hardlinern wie Röttgen, Strack-Zimmermann und Kiesewetter dominiert, während die Studie ein Übergewicht von Entspannungspolitikern unter den älteren Politikern zeigt, was die These nicht eindeutig widerlegt, aber auch nicht klar belegt. „Deutliche Mehrheit" ist leicht übertrieben – es handelt sich eher um eine relative Mehrheit (47 % vs. 32 %), und der Talkshow-Befund ist qualitativ, nicht exakt quantifiziert.
ℹDie Behauptung wurde am 28. November 2025 gemacht. Die Statista-Daten stammen aus Juli 2025, der ARD-DeutschlandTrend aus Januar 2024 – beide zeitlich nah genug. Das NZZ-Interview vom Januar 2026 bestätigt, dass Precht diese Argumentation konsistent vertritt. Die BpB-Studie endet 2023 und erfasst nicht den gesamten relevanten Zeitraum.
▶ 4:56Unbekannt (Gast)·Studie zu Algorithmen und politischer MeinungsvielfaltGrößt.73% sicher
„Es gibt eine neue Studie der Universität Potsdam und der Bertelsmann Stiftung, die belegt ganz gut, dass so im politischen Spektrum bei den politischen Parteien diejenigen Parteien besonders stark im Newsfeed [...] die besonders am an den Rändern stehen, am linken und am rechten Rand, und zwar unabhängig davon, wie viel Inhalte sie tatsächlich einstellen, also auch wenn sie nicht die meisten Inhalte haben."
Kernaussage
Eine neue Studie der Universität Potsdam und der Bertelsmann Stiftung belegt, dass Parteien am linken und rechten Rand des politischen Spektrums besonders stark im Newsfeed sozialer Medien vertreten sind – unabhängig davon, wie viele Inhalte sie tatsächlich einstellen.
Die Studie „Digitalisiert, politisiert, polarisiert?" der Universität Potsdam in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung (veröffentlicht 03.11.2025) bestätigt den Kern der Behauptung: Parteien an den politischen Rändern – vor allem AfD und Die Linke, sowie BSW – wurden in den Feeds junger Nutzer:innen überproportional häufig angezeigt. Konkret: Die AfD uploadete 21,5 % aller Partei-Videos, wurde aber 37,4 % der Zeit in Feeds empfohlen; Die Linke steigerte ihren Anteil von 9,7 % (Uploads) auf 27,6 % (Feed-Sichtbarkeit). Die Aussage, dies geschehe „unabhängig" vom Volumen der eingestellten Inhalte, ist jedoch eine Vereinfachung: Die Studie stellt fest, dass Randparteien wie die AfD zwar viele Inhalte produzieren, aber darüber hinaus zusätzlich algorithmisch bevorzugt werden – der Uploadanteil erklärt die Feed-Dominanz also nicht vollständig, aber er spielt ebenfalls eine Rolle.
ℹDie Studie analysierte 268 Sock-Puppet-Profile junger Menschen (21–25 Jahre) auf TikTok, YouTube, Instagram und X im Zeitraum 1. Januar bis 23. Februar 2025 (Bundestagswahlkampf). Die Studie wurde am 3. November 2025 veröffentlicht – also zum Zeitpunkt des Videos (28. November 2025) lag sie bereits vor. Wichtig: Die Behauptung, die Überrepräsentation erfolge „unabhängig" vom eingestellten Volumen, ist eine Vereinfachung. Die Studie zeigt, dass beide Faktoren zusammenwirken – die algorithmische Verstärkung geht jedoch deutlich über den reinen Upload-Anteil hinaus.
▶ 13:08Unbekannt (Gesprächsgast)·EU-Digitalregulierung und Definition schädlicher InhalteTeilw.98% sicher
„Wir haben ja ein sehr scharfes EU Digitalregulierungsgesetz, den Digital Service Act, der aber nicht nur illegale Inhalte ins Visier nimmt, sondern auch, es steht da wörtlich drin, schädliche Inhalte. Wer definiert, was schädliche Inhalte sind?"
Kernaussage
Der EU Digital Services Act nimmt nicht nur illegale Inhalte ins Visier, sondern auch 'schädliche Inhalte' – dieser Begriff steht wörtlich im Gesetzestext.
Der Begriff „schädliche Inhalte" (harmful content) taucht tatsächlich im DSA-Text auf – unter anderem in Erwägungsgrund 82 (Recital 82) und im offiziellen EUR-Lex-Text als „harmful content" bzw. „schädliche Inhalte". Allerdings wird der Begriff im eigentlichen Gesetzestext bewusst nicht definiert: Laut Begründung der EU-Kommission (COM(2020) 825 final) bestand unter allen Beteiligten Einigkeit, „schädliche" Inhalte im DSA gerade NICHT zu definieren und ihnen auch keine Entfernungspflicht aufzuerlegen. Der DSA regelt primär illegale Inhalte sowie Inhalte, die gegen Nutzungsbedingungen verstoßen; für sehr große Plattformen (VLOPs/VLOSEs) gibt es über Risikoabschätzungspflichten (Art. 34–35) auch einen Bezug zu „schädlichen" Auswirkungen – jedoch keine Zielrichtung im Sinne eines Verbots oder einer generellen Entfernungspflicht für schädliche Inhalte. Die Behauptung ist insofern teilweise korrekt (der Begriff steht im Text), aber irreführend in der Implikation, der DSA richte sich aktiv und verbindlich gegen solche Inhalte wie gegen illegale Inhalte.
ℹDer Begriff „schädliche Inhalte" taucht im DSA vorwiegend in den Erwägungsgründen (nicht in den bindenden Artikeln) auf und wird explizit nicht definiert. Für sehr große Plattformen (VLOPs wie Facebook, YouTube) gibt es Risikoabschätzungspflichten (Art. 34), die systemische Risiken durch „schädliche Auswirkungen" berücksichtigen – dies ist aber eine Prozess-, keine Inhaltspflicht. Eine generelle Regulierung oder Entfernungspflicht für „schädliche" (aber legale) Inhalte existiert im DSA nicht.
▶ 14:29Sprecher/in·Politisches Klima in Washington D.C.Falsch68% sicher
„Washington muss man wissen, 98 Prozent der Menschen wählen dort demokratisch. Das sind die Ersten, die sich die Schilder in den Vorgarten stellen, Joe Biden, Kamala Harris, Demokraten und so weiter."
Kernaussage
In Washington D.C. wählen 98 Prozent der Menschen demokratisch.
Bei der Präsidentschaftswahl 2024 in Washington D.C. erhielt Kamala Harris (Demokraten) 90,28% der Stimmen (294.185 von 325.869 Stimmen), Donald Trump kam auf 6,47%. Auch bei früheren Wahlen lag der Demokraten-Anteil nie bei 98%: 2020 waren es 92,15%, 2016 waren es 90,86%, 2008 (mit Obama) erreichten die Demokraten den historischen Höchstwert von 92,46%. Die Behauptung von 98% ist somit deutlich übertrieben. Bei der Wählerregistrierung sind 74,8% als Demokraten eingetragen, bei engerer Betrachtung der primary-registrierten Wähler ca. 92%.
ℹWashington D.C. ist zwar eine der stärksten demokratischen Hochburgen der USA – die Demokraten gewinnen dort seit Jahrzehnten mit Anteilen zwischen 74% und 92%, je nach Messgröße. Die Behauptung von 98% übertreibt dies jedoch erheblich. Der höchste je gemessene Demokraten-Anteil bei einer Präsidentschaftswahl in D.C. lag bei 92,46% (Obama 2008).