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ZDFheute Nachrichten · 22. Juli 2026 · 20 Min.

Merz offen für Kabinettsumbildung – Kritik an Spahn | ZDF-Sommerinterview

ZDF-Sommerinterview (Moderator)Friedrich Merz (Bundeskanzler, CDU)
Stimmt

27

Teilweise

1

Irreführend

2

Falsch

3

Friedrich MerzBundeskanzler, CDU
22 Aussagen
17~ 1! 22
Moderator
8 Aussagen
71
Moderatorin
3 Aussagen
3
1:17Moderatorin·Rücktritt Jens Spahns vom Fraktionsvorsitz
Stimmt98% sicher
Herr Bundeskanzler, gestern ist Jens Spahn 1 Empörungswelle und sehr vielen Rücktrittsforderungen vor allen Dingen aus der CDU gewichen und ist vom Fraktionsvorsitz zurückgetreten. Er hatte am Mittwoch öffentlich gemacht, dass er und sein Mann mithilfe 1 Leihmutter"

Kernaussage

Jens Spahn ist vom Fraktionsvorsitz zurückgetreten, nachdem er Rücktrittsforderungen vor allem aus der CDU erhalten hatte.

Laut BR24 und weiteren übereinstimmenden Medienberichten hat CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn am 18. Juli 2026 seinen Rücktritt erklärt, nachdem er wegen der Inanspruchnahme einer Leihmutter in den USA unter massiven Druck geraten war. Die Rücktrittsforderungen kamen dabei vor allem aus den eigenen Reihen der CDU – unter anderem vom CDU-Landeschef Mecklenburg-Vorpommerns Daniel Peters, dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU Thüringen, der Frauen Union sowie der CDU Brilon (Heimatstadt von Kanzler Merz). Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte Spahn laut Medienberichten persönlich zum Rücktritt auf, bevor dieser sein Amt niederlegte.

[Faktencheck-Override] Quellen: BR24 (br.de), DW, ZDFheute, n-tv, Euronews – alle vom 18./19. Juli 2026
1:28Moderatorin·Jens Spahn und Leihmutterschaft – Rücktrittsanlass
Größt.68% sicher
Er hatte am Mittwoch öffentlich gemacht, dass er und sein Mann mithilfe 1 Leihmutter"

Kernaussage

Jens Spahn hatte am Mittwoch (16. Juli 2026) öffentlich gemacht, dass er und sein Mann mithilfe einer Leihmutter ein Kind bekommen haben.

Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke haben tatsächlich öffentlich gemacht, dass sie mithilfe einer Leihmutter in den USA einen Sohn namens Georg bekommen haben. Allerdings erfolgte die Bekanntmachung laut mehreren Quellen bereits am 15. Juli 2026 (Spiegel-Artikel datiert auf 15.07.2026, Brussels Signal nennt explizit den 15. Juli gegenüber der Bild-Zeitung), nicht wie von der Moderatorin behauptet am Mittwoch, dem 16. Juli. Der Kern der Aussage – Spahn und sein Mann haben ein Kind per Leihmutter bekommen und dies öffentlich gemacht – ist klar belegt.

Das genaue Datum der Erstveröffentlichung ist leicht unscharf: Der Spiegel-Artikel ist auf den 15. Juli datiert, t-online auf den 16. Juli. Die Tagesschau verweist ebenfalls auf den 16. Juli als Ausgangsdatum. Es ist möglich, dass die Bild-Zeitung die Geschichte am 15. Juli online stellte und am 16. Juli in der Printausgabe erschien. Der Kern der Aussage ist in jedem Fall korrekt.
2:51Moderator·Spahns Wahl zum Fraktionsvorsitzenden kurz vor Rücktritt
Stimmt98% sicher
Und Sie haben ihn auch nicht gefragt, wie es sein konnte, dass er sich vor 2 Monaten noch zum Fraktionsvorsitzenden hat wählen lassen, ohne dieses Thema, was ja für die Union tatsächlich ein sehr zentrales Thema ist."

Kernaussage

Jens Spahn hat sich vor 2 Monaten noch zum Fraktionsvorsitzenden wählen lassen.

Die Aussage stimmt. Jens Spahn wurde am 5. Mai 2026 mit 86,5 Prozent der Stimmen als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wiedergewählt – das war zum Zeitpunkt des Videos (19. Juli 2026) rund 2,5 Monate zuvor. Laut ZDFheute stimmten 167 von 196 Abgeordneten für ihn. Am 18. Juli 2026 trat Spahn dann als Fraktionsvorsitzender zurück, nachdem er wegen der Leihmutterschaft seines Sohnes in die Kritik geraten war.

[Faktencheck-Override] Video-Datum: 19. Juli 2026. Wiederwahl Spahns: 5. Mai 2026 (ca. 2,5 Monate vor dem Video-Datum). Rücktritt: 18. Juli 2026.
5:55Friedrich Merz·Frauenanteil in der Führungsspitze der Union
Stimmt68% sicher
Wir haben eine Frau als Bundestagspräsidentin. Wir haben 3 Frauen in der engsten Führung der stellvertretenden Parteivorsitzenden."

Kernaussage

Die CDU hat 3 Frauen unter den stellvertretenden Parteivorsitzenden.

Laut den offiziellen Wahlergebnissen des 38. CDU-Parteitags vom 20. Februar 2026 in Stuttgart wurden sechs stellvertretende Vorsitzende gewählt: Karl-Josef Laumann, Michael Kretschmer, Andreas Jung, Silvia Breher, Ines Claus und Karin Prien. Davon sind drei Frauen (Breher, Claus, Prien) und drei Männer (Laumann, Kretschmer, Jung). Die Aussage von Friedrich Merz ist damit korrekt.

Die CDU hat seit dem 38. Parteitag (Februar 2026) erstmals sechs statt zuvor vier stellvertretende Vorsitzende. Unter den sechs sind genau drei Frauen (50%), was einen deutlichen Anstieg gegenüber früheren Parteitagen darstellt.
6:01Friedrich Merz·Frauenanteil in der CDU unter Merz-Führung
Falsch68% sicher
Es hat die Zahl der Frauen unter meinem Vorsitz in der CDU eine große, ist eine große Zahl nach oben gegangen. Ich tue alles, das..."

Kernaussage

Die Zahl der Frauen in der CDU ist unter Merz' Vorsitz stark gestiegen.

Der Frauenanteil an der CDU-Mitgliedschaft ist laut dem CDU-eigenen Gleichstellungsbericht 2026 über zwei Jahrzehnte nur minimal von 25,2 auf 26,6 Prozent gestiegen – das ist kein Anstieg "unter Merz' Vorsitz", sondern ein langfristiger, sehr langsamer Trend. Das Handelsblatt titelt nach Einsicht in denselben Bericht explizit: "Kein Aufwärtstrend unter Kanzler Merz." Zwar stieg der Frauenanteil in Führungsgremien (Bundesvorstand: 45,2 %, Präsidium: 50 %) – das ist jedoch auf die 2022 beschlossene verbindliche Frauenquote zurückzuführen, nicht auf einen allgemeinen Anstieg der Frauen in der Partei. Die Behauptung, die Zahl der Frauen sei "stark gestiegen", ist durch die verfügbaren Daten klar widerlegt.

Merz übernahm den CDU-Vorsitz im Januar 2022. Seitdem ist der Frauenanteil in Spitzengremien durch die Frauenquote gestiegen, aber der Anteil weiblicher Mitglieder an der Gesamtpartei stagniert bei rund 26–27 Prozent. Meinungsforscher attestierten Merz zudem über Monate ein "Frauenproblem" bei Wählerinnen.
8:17Friedrich Merz·US-Engagement in der NATO unter Trump
Stimmt91% sicher
Wir sehen, dass die Vereinigten Staaten unter der Führung von Donald Trump nicht mehr in dem Umfang zur NATO stehen, wie sie das Jahrzehnte vorher getan haben. Wir sehen eine völlig andere Herausforderung durch die Volksrepublik China, die auf uns zukommt, anhaltende Energiekrise durch fehlendes russisches Gas."

Kernaussage

Die USA unter Donald Trump stehen nicht mehr in dem Umfang zur NATO wie in den Jahrzehnten zuvor.

Laut ARD Faktenfinder ist diese Aussage von Friedrich Merz zutreffend. Bereits in Trumps erster Amtszeit zweifelte er öffentlich an der NATO-Beistandsverpflichtung (Artikel 5) und drohte wiederholt, den US-Beistand zurückzufahren – er war damit der einzige US-Präsident seit NATO-Gründung, der Artikel 5 nicht explizit bekräftigte. Auch in seiner zweiten Amtszeit machte Trump die US-Sicherheitsgarantien explizit von höheren Verteidigungsausgaben der Verbündeten abhängig und knüpfte laut Berichten sogar Truppenstationierungen und Waffenlieferungen an finanzielle Beiträge der Alliierten. Dies stellt eine deutliche Abkehr vom bedingungslosen US-Engagement für die NATO dar, wie es in den Jahrzehnten zuvor unter allen anderen US-Präsidenten üblich war.

[Faktencheck-Override] Quellen: ARD Faktenfinder / tagesschau.de Faktencheck Trump Davos-Rede; Brookings Institution "Trump's NATO Article 5 problem"; SWP Berlin "Eine Frage der Glaubwürdigkeit"; ZDF Faktencheck State of the Union 2026; Atlantic Council NATO Defense Spending Tracker
8:29Friedrich Merz·Energiekrise durch Wegfall russischer Gaslieferungen
Irr.98% sicher
Wir sehen eine völlig andere Herausforderung durch die Volksrepublik China, die auf uns zukommt, anhaltende Energiekrise durch fehlendes russisches Gas. Das sind alles Dinge, die sich so massiv verändert haben, insbesondere im letzten Jahr praktisch auch zwischen den Wahlen und dem nächsten Deutschen Bundestag."

Kernaussage

Es gibt eine anhaltende Energiekrise durch fehlendes russisches Gas.

Die Behauptung enthält zwei prüfbare Teile: (1) Gibt es eine anhaltende Energiekrise? (2) Ist fehlendes russisches Gas die Ursache? Zum ersten Teil: Die Energielage ist im Juli 2026 tatsächlich angespannt – Gasspeicher lagen Ende Februar 2026 bei nur ~20 %, Spotpreise sind auf 57,8 €/MWh gestiegen, und die Bundesnetzagentur warnt vor Herausforderungen beim Wiederbefüllen der Speicher. Allerdings bezeichnet die Bundesnetzagentur die Versorgung explizit als "sicher" und die Preissteigerungen werden auf den Iran-Krieg zurückgeführt, nicht auf fehlendes russisches Gas. Zum zweiten Teil: Deutschland hat die Abhängigkeit von russischem Gas seit 2022 weitgehend überwunden – Norwegen liefert 54,4 % des Pipelinegases, die USA sind mit 57,4 % größter LNG-Lieferant, und Russland spielt nur noch eine marginale Rolle (9,8 % Pipelinegas). Die aktuelle Energieanspannung ist auf den Iran-Krieg und niedrige Speicherfüllstände zurückzuführen, nicht auf fehlendes russisches Gas – die Kausalbehauptung ist damit irreführend.

Im Juli 2026 ist die Energielage in Deutschland tatsächlich herausfordernd: Gasspeicher wurden nach einem kalten Winter 2025/26 nur langsam wieder befüllt (45,2 % am 18.07.2026), und der Iran-Krieg treibt die Gaspreise hoch. Die Bundesnetzagentur sieht die Versorgung jedoch als gesichert an. Die Ursache der aktuellen Anspannung ist der geopolitische Konflikt im Nahen Osten – nicht der Wegfall russischer Gaslieferungen, der bereits 2022–2024 durch Diversifizierung (Norwegen, USA, Katar, LNG-Terminals) kompensiert wurde.
8:45Friedrich Merz·Entscheidungen zur Schuldenbremse vor Konstituierung des Bundestags
Größt.98% sicher
diese Entscheidung so zu treffen, wie wir sie im letzten Jahr im Februar und im März getroffen haben, bevor der gewählte Deutsche Bundestag zusammengetreten ist. Wir sprechen über der Schuldenbremse. Wir sprechen über die sehr hohe Verschuldung, die mich beschwert."

Kernaussage

Die Entscheidungen zur Schuldenbremse und zur hohen Verschuldung wurden im Februar und März (2025) getroffen, bevor der neu gewählte Deutsche Bundestag zusammengetreten ist.

Die entscheidende Abstimmung zur Reform der Schuldenbremse und zum 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fand am 18. März 2025 im noch amtierenden 20. Deutschen Bundestag statt – tatsächlich sieben Tage vor der Konstituierung des 21. Bundestages am 25. März 2025. Die Aussage, dass die Entscheidungen "im Februar und März" getroffen wurden, ist insofern leicht ungenau, als die eigentliche Abstimmung ausschließlich im März stattfand (erste Lesung 13. März, Beschluss 18. März); ein Februar-Beschluss ist nicht belegbar. Der Kern der Aussage – dass der alte, noch amtierende Bundestag diese weitreichenden Entscheidungen kurz vor dem Zusammentritt des neu gewählten Parlaments traf – ist korrekt und durch offizielle Bundestags-Quellen belegt.

Die Abstimmungen fanden ausschließlich im März 2025 statt (13. und 18. März), nicht im Februar. Merz' Erwähnung von "Februar und März" ist daher leicht ungenau – möglicherweise bezieht er sich auf die politischen Verhandlungen und Ankündigungen, die tatsächlich schon im Februar begannen, aber die formellen Parlamentsbeschlüsse erfolgten erst im März.
9:52Moderator·Zur Wahrnehmung der Reformgerechtigkeit in der Bevölkerung
Stimmt88% sicher
Wir haben im ZDF Politbarometer danach gefragt und 81 Prozent geben an, sie halten die Lasten der Reformen nicht für gerecht verteilt. Unterschätzen Sie, für wie unfair die Bürger diese Reformen halten?"

Kernaussage

Laut ZDF Politbarometer geben 81 Prozent der Befragten an, sie halten die Lasten der Reformen nicht für gerecht verteilt.

Die Aussage ist korrekt. Laut dem ZDF-Politbarometer vom Juli 2026 gaben tatsächlich 81 Prozent der Befragten an, dass die geplanten Belastungen der Bundesregierungsreformen eher ungerecht verteilt seien. Dies wird sowohl von der Rheinischen Post als auch von der ZEIT übereinstimmend berichtet, die sich beide direkt auf das Politbarometer beziehen. ZDF Faktencheck bewertet die Aussage daher als richtig.

[Faktencheck-Override] Die Umfrage wurde von der Forschungsgruppe Wahlen vom 14. bis 16. Juli 2026 mit 1.284 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten durchgeführt und am 17. Juli 2026 veröffentlicht.
11:11Friedrich Merz·Geplante Steuerreform und Entlastung unterer und mittlerer Einkommen
Irr.98% sicher
Wir wollen ja eine Steuerreform machen, wo die unteren und mittleren Einkommen entlastet werden. Wir sagen ja ungefähr 600 Euro im Jahr für eine Familie mit 60000 Einkommen. Wir können im Augenblick nicht viel mehr machen, weil die Staatsfinanzen sehr angespannt sind."

Kernaussage

Die geplante Steuerreform entlastet eine Familie mit 60.000 Euro Einkommen um ungefähr 600 Euro im Jahr.

Die Zahl von "mehr als 600 Euro" für eine Familie mit 60.000 Euro Einkommen stammt aus dem offiziellen Koalitionsbeschluss und ist daher nicht erfunden – aber sie gilt nur unter sehr spezifischen Bedingungen: zwei Berufstätige, zwei Kinder, und erst ab voller Wirkung im Jahr 2028. Das Bundesfinanzministerium weist für 2026 bei 60.000 Euro Bruttolohn für einen verheirateten Alleinverdiener mit zwei Kindern lediglich eine Gesamtentlastung von 246 Euro aus. Für Singles mit 60.000 Euro sind es sogar nur 136 Euro. Die Aussage von Merz ist zwar technisch nicht falsch, aber sie wählt gezielt die günstigste Fallkonstellation und verschweigt, dass die meisten Familien deutlich weniger sparen.

Die Reform tritt erst zum 1. Januar 2027 in Kraft, die volle Wirkung von "mehr als 600 Euro" gilt erst ab 2028. Zum Zeitpunkt der Aussage (19. Juli 2026) ist die Reform noch nicht in Kraft.
11:46Friedrich Merz·Stellenabbau bei Autozulieferer in Meschede
Stimmt68% sicher
Sie haben auch hier in Mesheder einen Autozulieferer, Martin Rea Honsel, der Hunderte von Stellen abbauen wird. Was sagen Sie dem Menschen zum Trost?"

Kernaussage

Der Autozulieferer Martinrea Honsel in Meschede wird Hunderte von Stellen abbauen.

Der Autozulieferer Martinrea Honsel in Meschede hat Mitte Juni 2026 tatsächlich einen massiven Stellenabbau angekündigt. Laut WDR und Sauerlandkurier könnten bis zu 300 von insgesamt 1.500 Stellen wegfallen – das entspricht rund einem Fünftel der Belegschaft. Die Zahl 300 fällt klar unter den Begriff "Hunderte", die Aussage von Merz ist damit sachlich korrekt. Als Gründe werden Absatzkrise, schleppende Elektromobilität und hohe Energiekosten genannt.

Zum Zeitpunkt der Ankündigung (Mitte Juni 2026) waren noch keine konkreten Entlassungen ausgesprochen – Sozialplan und Interessenausgleich standen noch aus. Die Ankündigung selbst ist jedoch eindeutig belegt.
12:04Friedrich Merz·Krise der deutschen Automobilindustrie und chinesische Konkurrenz
Stimmt91% sicher
Das ist im Augenblick die schwierigste Branche in Deutschland. Es hängt allerdings auch mit den sehr stark subventionierten Importen aus China zusammen. Wir sind dabei, eine Strategie zu entwickeln, wie wir auch die deutsche und die europäische Automobilindustrie wieder wettbewerbsfähig machen können."

Kernaussage

Die Schwierigkeiten der deutschen Automobilindustrie hängen mit stark subventionierten Importen aus China zusammen.

Die Aussage von Friedrich Merz ist korrekt: Die Schwierigkeiten der deutschen Automobilindustrie hängen tatsächlich auch mit stark subventionierten chinesischen Importen zusammen. Laut ZDF Faktencheck subventioniert China seine Automobilindustrie – insbesondere im Bereich Elektrofahrzeuge – massiv durch staatliche Fördermaßnahmen, günstige Finanzierungen und eine unterbewertete Währung, was chinesischen Herstellern einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschafft. Die EU hat als Reaktion darauf bereits Ausgleichszölle auf chinesische E-Autos eingeführt, da sie China vorwirft, durch diese Subventionen den fairen Wettbewerb zu verzerren.

[Faktencheck-Override] Quellen belegen: Chinesische Marktanteile bei EVs in Europa wachsen stark (9,6 % im August 2025), 70 % aller weltweit produzierten EVs kommen aus China, und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sowie der BDI bestätigen gezielte Wettbewerbsverzerrung durch chinesische Subventionen.
13:38Friedrich Merz·Zur wirtschaftlichen Lage und Unternehmensgründungen in Deutschland
Falsch98% sicher
Wir sehen eine Zahl von Unternehmensgründungen durch junge Menschen in nie gekannter Zahl. Schon im ersten Halbjahr 2026 sind fast so viele neue Unternehmen gegründet worden wie im Jahr 2025 und das war schon ein Rekordjahr in Deutschland."

Kernaussage

Im ersten Halbjahr 2026 wurden fast so viele neue Unternehmen gegründet wie im gesamten Jahr 2025.

Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) wurden im gesamten Jahr 2025 rund 640.500 Gewerbe neu gegründet. Für das 1. Quartal 2026 sind 188.900 Neugründungen belegt – selbst wenn man für das 2. Quartal 2026 einen ähnlichen Wert annimmt (~188.900), käme man auf rund 377.800 Gründungen im ersten Halbjahr 2026. Das wäre nur etwa 59% des Jahreswertes 2025 – also deutlich weniger als "fast so viele". Für die Behauptung, das Halbjahr 2026 komme dem Gesamtjahr 2025 nahe, fehlt jede Grundlage in den verfügbaren Daten.

Zwar stiegen die Gründungszahlen im 1. Quartal 2026 tatsächlich um 10,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum – das ist ein positiver Trend. Die Behauptung, das Halbjahr 2026 komme dem Gesamtjahr 2025 nahe, übertreibt diesen Trend jedoch massiv. Ein Halbjahr kann strukturell nie annähernd den Jahreswert erreichen, da es per Definition nur die Hälfte der Monate umfasst.
13:44Friedrich Merz·Zur wirtschaftlichen Lage und Unternehmensgründungen in Deutschland
Größt.98% sicher
Schon im ersten Halbjahr 2026 sind fast so viele neue Unternehmen gegründet worden wie im Jahr 2025 und das war schon ein Rekordjahr in Deutschland."

Kernaussage

Das Jahr 2025 war ein Rekordjahr für Unternehmensgründungen in Deutschland.

Die Aussage von Friedrich Merz ist im Kern korrekt: Laut Startup-Verband wurden 2025 mit 3.568 neu gegründeten Startups ein neuer Höchststand erreicht – 29 % mehr als 2024 und mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021. Auch das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigt für 2025 insgesamt 640.500 Gewerbeneugründungen (+7,7 % gegenüber Vorjahr) sowie 130.100 größere Betriebsgründungen (+7,6 %). Der Begriff „Rekordjahr" gilt jedoch primär für den Startup-Bereich und größere Betriebe; der KfW-Gründungsmonitor beschreibt die allgemeine Gründungstätigkeit seit 2018 eher als Seitwärtstrend, was die Aussage leicht einschränkt.

Merz bezog sich im ZDF-Sommerinterview vom 19.07.2026 explizit auf Gründungen durch junge Menschen und verwies auf das erste Halbjahr 2026 als weiteren Beleg. Der Startup-Verband und Destatis bestätigen den Rekordcharakter für 2025 klar – der KfW-Gründungsmonitor misst jedoch eine breitere Basis und sieht keinen historischen Rekord bei Gesamtgründungen.
14:50Friedrich Merz·Debatte um Arbeitsleistung und Produktivität in Deutschland
Stimmt98% sicher
Ich habe nur gesagt, dass die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland im Augenblick zu niedrig ist. Die Schweizer arbeiten 200 Stunden mehr als die Deutschen. Das ist doch nicht Faulheit, die ich jemandem persönlich unterstelle, sondern ich sage, unsere Produktivität ist zu gering, unsere wirtschaftliche Leistung ist zu gering."

Kernaussage

Die Schweizer arbeiten 200 Stunden mehr pro Jahr als die Deutschen.

Laut SWR Faktencheck ist die Aussage von Friedrich Merz, dass die Schweizer 200 Stunden mehr pro Jahr arbeiten als die Deutschen, falsch. Die 200-Stunden-Differenz ergibt sich nur, wenn man ausschließlich Vollzeitbeschäftigte vergleicht (42,5 vs. 38,4 Wochenstunden), lässt aber den hohen Teilzeitanteil in der Schweiz außer Acht. Bezieht man alle Beschäftigten ein, schrumpft der Unterschied laut Deutschem Statistischen Bundesamt auf lediglich rund 42 Stunden pro Jahr – und nach Schweizer Bundesamt für Statistik arbeiten die Schweizer sogar weniger als die Deutschen.

[Faktencheck-Override] Das Video-Datum ist der 19. Juli 2026. Der SWR Faktencheck hat diese Aussage als falsch bewertet, nicht als korrekt. Die Bewertung im System scheint fehlerhaft zu sein – die Quellen belegen eindeutig, dass die Aussage falsch ist.
16:45Moderator·CDU-Umfragewerte vor Landtagswahlen im Osten
Größt.98% sicher
Es stehen 3 Landtagswahlen an im September, die sehr schwierig werden für die Parteien der Mitte. Die Zustimmungswerte für die CDU sind historisch schlecht. Offiziell hoffen Sie in Sachsen-Anhalt noch auf eine Trendwende."

Kernaussage

Die Zustimmungswerte für die CDU sind historisch schlecht.

Die CDU/CSU liegt im Juli 2026 in Bundestagsumfragen bei etwa 20–24 %, je nach Institut – das ist deutlich unter ihrem Bundestagswahlergebnis 2025 (28,5 %) und weit unter früheren Hochphasen (30–33 % in 2023/2024). Der MDR berichtete im Mai 2026 explizit von „historisch schlechten Umfragewerten" der schwarz-roten Bundesregierung, wobei nur 15 % der Deutschen mit der Regierung zufrieden waren. Allerdings bezieht sich die Aussage auf die CDU-Partei, während der historisch schlechte Wert laut MDR primär die Regierungszufriedenheit betrifft – die Parteienwerte der CDU sind zwar auf einem Tiefstand seit Langem, aber der Begriff „historisch schlecht" ist eine Wertung, die nicht für alle Zeiträume und Messgrößen gleichermaßen gilt. Insgesamt ist die Kernaussage durch mehrere Quellen gestützt, auch wenn sie etwas überspitzt formuliert ist.

Die CDU/CSU liegt im Juli 2026 mit rund 20–24 % auf einem der niedrigsten Werte seit Jahren und klar unter ihrem Wahlergebnis von 2025. Die Regierungszufriedenheit der schwarz-roten Koalition ist mit 15 % laut ARD-Deutschlandtrend tatsächlich historisch schlecht. Die Aussage ist im Kern zutreffend, auch wenn „historisch schlecht" eine starke Formulierung ist, die je nach Messgröße unterschiedlich bewertet werden kann.
17:18Friedrich Merz·Umfragewerte der Parteien in Ostdeutschland
Stimmt68% sicher
Das ist nicht allein ein Problem der CDU, na ja, aber Sie erwecken ja den Eindruck, als ob das ein Problem der CDU alleine wäre. Weil Sie 2 Prozent sind, die SPD ist in Sachsen-Anhalt bei 6 Prozent."

Kernaussage

Die SPD liegt in Sachsen-Anhalt bei 6 Prozent.

Die aktuellste Umfrage von INSA (Feldarbeit 23.–30. Juni 2026, veröffentlicht 3. Juli 2026) weist die SPD in Sachsen-Anhalt exakt mit 6 Prozent aus. Dieser Wert wird von mehreren unabhängigen Quellen (wahlrecht.de, dawum.de, Wikipedia, MDR) übereinstimmend bestätigt. Lediglich Infratest dimap (Mai 2026) maß 7 Prozent – die Aussage bezieht sich aber erkennbar auf den aktuellen INSA-Wert, der zum Zeitpunkt der Aussage (19. Juli 2026) die neueste verfügbare Umfrage war. Die Zahl ist damit exakt korrekt.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Die SPD ist aktuell Koalitionspartner der CDU, liegt aber in Umfragen weit unter ihrem Ergebnis von 2021 (8,4 %). Infratest dimap maß zuletzt (Mai 2026) 7 %, INSA konsistent 6 %.
17:18Friedrich Merz·Umfragewerte der SPD in westdeutschen Bundesländern
Stimmt68% sicher
Die SPD ist in Sachsen-Anhalt bei 6 Prozent. Mhm. In Baden-Württemberg bei 5,5. Ist auch nicht alleine ein Problem des Ostens."

Kernaussage

Die SPD liegt in Baden-Württemberg bei 5,5 Prozent.

Die SPD erzielte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 exakt 5,5 Prozent – das bestätigen das amtliche Endergebnis der Landeswahlleiterin sowie übereinstimmend Tagesschau, Zeit, Wikipedia und wahlrecht.de. Die Zahl stimmt auf den Nachkommastellen genau. Es handelt sich um das schlechteste SPD-Ergebnis bei einer Landtagswahl in Westdeutschland überhaupt. Zum Zeitpunkt der Aussage (19. Juli 2026) war dies das gültige Wahlergebnis, und aktuelle Umfragen (PolitPro, Stand 19.7.2026) zeigen keine Veränderung gegenüber diesem Wert.

Das Ergebnis von 5,5% ist das schlechteste SPD-Ergebnis bei einer Landtagswahl in Westdeutschland überhaupt (laut Infratest dimap). Die SPD verlor damit 5,5 Prozentpunkte gegenüber 2021 (11,0%) und schrumpfte auf 10 Landtagsmandate.
17:49Friedrich Merz·Zur politischen Radikalisierung und AfD-Veranstaltungen
Größt.68% sicher
Das, was wir da auch erleben, dass da jetzt in Gegenwart des Parteivorsitzenden der AfD, die alte DDR Nationalhymne mit voller Begeisterung gesungen wird, zeigt, in welche Richtung das geht und wie nah sich da offensichtlich ganz links und ganz rechts in unserem Lande sind."

Kernaussage

In Gegenwart des AfD-Parteivorsitzenden wurde die alte DDR-Nationalhymne gesungen.

Am 14. Juli 2026 stimmte Kabarettist Uwe Steimle bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen" an – in Anwesenheit von AfD-Co-Chef Tino Chrupalla, der auch mitsang. Die Kernaussage von Merz ist damit korrekt: In Gegenwart des AfD-Parteivorsitzenden wurde die DDR-Hymne gesungen. Leicht einschränkend ist, dass die AfD eine Doppelspitze hat (Chrupalla und Weidel) und die Initiative nicht von den AfD-Politikern, sondern vom Kabarettisten Steimle ausging – Chrupalla hatte ihn eigentlich gebeten, die deutsche Nationalhymne anzustimmen. Dieser Kontext ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die DDR-Hymne in Gegenwart des Parteivorsitzenden gesungen wurde.

Die AfD hat eine Doppelspitze: Tino Chrupalla und Alice Weidel sind gemeinsam Bundesvorsitzende. Chrupalla war anwesend und sang mit. Die DDR-Hymne wurde nicht von der AfD geplant, sondern vom eingeladenen Kabarettisten Uwe Steimle spontan angestimmt – Chrupalla hatte ihn zuvor gebeten, die deutsche Nationalhymne zu beginnen.

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